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26.11.09:
Aktuelle Auto-Nachrichten aus Russland
24.11.09:
Nach monatelangem Bieterkampf kann die deutsche Politik einen Triumph feiern: Der US-Autokonzern General Motors (GM) will den deutschen Autobauer Opel an den Zulieferer Magna verkaufen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mitteilte.
Die Opel-Treuhand genehmigte den Verkauf, doch die von Bund und Ländern in den Treuhand-Beirat entsandten Vertreter übten massive Kritik an der Entscheidung.
Der GM-Verwaltungsrat sprach sich in seiner zweitägigen Sitzung nach Unternehmensangaben für einen Verkauf an den österreichisch-kanadischen Konzern Magna aus. Magna will die europäischen Teile von GM, zu denen neben Opel die britische Marke Vauxhall gehört, zusammen mit der halbstaatlichen russischen Sberbank als Finanzpartner kaufen. Zusammen wollen die Unternehmen 55 Prozent der GM-Europe-Anteile übernehmen, wie GM mitteilte. GM selbst soll dabei 35 Prozent behalten, die Mitarbeiter sollen sich mit zehn Prozent beteiligen.
Trotz der Entscheidung für Magna sei der Vertrag zwischen GM und dem Zulieferer aber noch nicht abschließend verhandelt, teilte GM mit. In den kommenden Wochen müssten "noch einige wichtige Punkte geklärt werden, um eine verbindliche Vereinbarung zu erzielen". Dazu zählten finanzielle Zugeständnisse der Beschäftigten und eine Einigung mit dem Bund und den Ländern mit Opel-Standorten über staatliche Hilfen für Opel.
Der Beirat der Opel-Treuhand, der zur Zeit die Mehrheit an Opel hält, stimmte dem Geschäft zu. Der Vertreter des Bundes im Beirat, Ex-Continental-Chef Manfred Wennemer, stimmte allerdings gegen den Verkauf von Magna, wie Treuhand-Beirat-Chef Fred Irwin vor Journalisten sagte. Der Vertreter der Bundesländer, Dirk Pfeil, enthielt sich demnach der Stimme. Die beiden GM-Vertreter in der Opel-Treuhand stimmten dem Verkauf dagegen zu. Damit ergab sich eine Mehrheit für Magna.
Der Widerstand Wennemers und Pfeils sorgte für Irritationen, da Magna eindeutig Favorit des Bund und Länder mit Opel-Standorten war. Wennemer übte allerdings scharfe Kritik am Magna-Konzept und der Bundesregierung. "Wir haben keine Lösung, die Opel am Ende des Tages in ein wettbewerbsfähiges Unternehmen führen wird", sagte Wennemer. "Ich frage mich, wie ein solches Unternehmen überleben will", sagte er der frühere Conti-Chef. Pfeil sagte, er hätte nicht in der Opel-Treuhand mitgemacht, "wenn ich gewusst hätte, dass es eine politische Entscheidung ist".
Kanzlerin Merkel betonte, trotz der Entscheidung für Magna liege "vor Opel noch ein schwieriger Weg". Dennoch freue sie sich über die Entscheidung "außerordentlich". SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte, dies sei "ein guter Tag für Opel, ein guter Tag für die Menschen bei Opel".
Auch Bundesländer mit Opel-Standorten zeigten sich erleichtert. "Es ist der entscheidende Durchbruch, auch wenn in den nächsten Wochen noch viel zu tun ist", erklärte der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) in Berlin. Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus betonte, der gemeinsame Einsatz von Politik und Arbeitnehmervertretern habe sich gelohnt.
Der Opel-Betriebsrat forderte von Magna den Verzicht auf Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen. Jedoch seien die Beschäftigten "bereit, Beiträge zur Sanierung des Unternehmens auf der Basis eines nachhaltigen Unternehmensplans zu leisten", erklärte Betriebsratschef Klaus Franz.
Magna sagt "harte Arbeit" für Sanierung von Opel zu
Nach der Entscheidung von General Motors (GM) für einen Verkauf von Opel an Magna hat der österreichisch-kanadische Konzern zugesichert, die Sanierung des angeschlagenen deutschen Autobauers voranzutreiben. Gemeinsam mit seinem Partner, der russischen Sberbank, erklärte Magna am Donnerstag im kanadischen Aurora, dass mit GM und den Opel-Beschäftigten nun "hart" dafür gearbeitet werde, "Opel in eine erfolgreiche Zukunft zu führen". Der Vize-Chef von Magna, Siegfried Wolf, und Sberbank-Chef German Gref bedankten sich in ihrer gemeinsamen Erklärung zudem bei der Bundesregierung und GM für die "konstruktive Atmosphäre" der Verhandlungen.
Magna und Sberbank kündigten Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro bei Opel an, die sie zu gleichen Teilen übernehmen würden. Magna-Chef Frank Stronach sagte außerdem zu, mit geeigneten Schutzsystemen dafür zu sorgen, dass Informationen über Opel-Technologien nicht an andere Unternehmen weitergegeben würden.
Noch einige Schritte bis zum Kaufvertrag für Opel
Nach der Entscheidung von General Motors (GM) für den Verkauf von Opel sind nach Einschätzung von GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster noch einige weitere Schritte bis zur Unterzeichnung eines Übernahmevertrags nötig. Die am Donnerstag verkündete Entscheidung für das Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und der russischen Sberbank sei zwar ein "wichtiger Schritt", sagte Forster dem Magazin "Wirtschaftswoche" laut Vorabveröffentlichung von Donnerstag. Aber alle Beteiligten "- die Unternehmen, aber auch Politik und Treuhand - müssen jetzt weiterhin hart arbeiten, damit diese Empfehlung mit Inhalten gefüllt wird und auch tatsächlich in einen unterschriftsreifen Vertrag mündet".
Forster hob in dem Interview hervor, dass Magna und Sberbank den Autobauer Opel besser auf dem russischen Markt positionieren könnten. Zudem widersprach er dem Vorwurf von Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz, dass die Verzögerungen bei der Entscheidung im Bieter-Wettbewerb das deutsche Unternehmen 1,1 Milliarden Euro gekostet hätten. Diese Angaben seien falsch. Der GM-Europa-Chef kündigte an, künftig 1,2 Milliarden Euro bei Opel einsparen zu wollen. Dazu müsse "eine hohe vierstellige Zahl von Arbeitsplätzen, vielleicht auch etwas mehr" abgebaut werden.
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hob ebenfalls hervor, dass bis zur Unterzeichnung eines Opel-Kaufvertrags noch einige Zeit vergehen werde. Die Entscheidung des US-Mutterkonzerns sei daher "nicht Grund zur Euphorie, sondern zu nüchternen Analyse", sagte er am Donnerstagabend im "heute-journal" des ZDF. Für eine langfristig gute Entwicklung von Opel seien "große Leistungen noch zu erbringen".
Zu der massiven Kritik der Vertreter von Bund und Ländern in der Opel-Treuhand sagte der Minister, "dass es nichts Ehrenrühriges ist, wenn jemand einen unabhängigen Kopf hat". Er selbst halte das Magna-Konzept aber für "sehr wohl tragfähig". Guttenberg kündigte an, das Risiko der Bundesregierung bei der Sanierung von Opel durch die "Beteiligung der europäischen Partner" begrenzen zu wollen. Über die bereits zugesicherten Bürgschaften hinaus werde der Bund keine Zusagen machen. [ russland.RU ]